Wie funktioniert ein Magenballon und was bewirkt dieser?


Ein Magenballon ist nicht etwa ein Spielzeug für Kinder, auch wenn es danach klingt. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Ballon aus Silikon oder Kunststoff, der häufig per Magenspiegelung in den Magen gesetzt wird. Durch sein Volumen erzeugt er ein früheres Sättigungsgefühl und soll den Patient dadurch dazu bewegen, weniger zu essen. Wird der Magenballon mit bewusster Ernährung kombiniert, kann er durchaus zu einer Gewichtsabnahme führen.

Wie funktioniert der Magenballon genau?

Grundsätzlich nimmt der gefüllte Ballon einen sehr großen Teil des Magens ein. Somit fühlt sich der jeweilige Patient schneller satt, da das Fassungsvermögen des Magens durch den Ballon verkleinert wird. Normalerweise kann der Ballon, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, für sechs Monate im Körper bleiben. Anschließend sollte der Ballon per Gastroskop entfernt werden. Ansonsten können Schäden an der Magenschleimhaut entstehen oder der Ballon sogar platzen.

Für wen eignet sich der Ballon?

MagenballonFür eine Behandlung mit einem Magenballon kommen nur Patienten in Frage, die stark übergewichtig sind und ihr Gewicht weder mit Sport, noch mit einer Ernährungsumstellung reduzieren können. Welches Ausgangsgewicht dafür ein Muss ist, ist jedoch sehr unterschiedlich.

Hierbei kommt es auf die Körpergröße und das Geschlecht des Patienten an. Der Bodymassindex dient als grober Richtwert. Je nach Patient kann der Ballon bei einem BMI ab 28 eingesetzt werden. Auf keinen Fall verwendet werden darf ein solcher Ballon bei Entzündungen im Verdauungstrakt, bei Drogenproblemen, psychatrischen Erkrankungen, bei schwangeren und stillenden Frauen sowie bei Blutgerinnungsstörungen.

Wie wird ein Magenballon angelegt?

Im Gegensatz zum Magenband und der Magenverkleinerung ist der Ballon eine nicht-operative Maßnahme, wodurch starkes Übergewicht reduziert werden kann. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Magenballons. Beim Schluckballon wird eine ovale Kapsel, die in etwa drei Zentimeter groß ist, zusammen mit einem Schlauch geschluckt. Über diesen Schlauch füllt der Arzt 250 Milliliter eines ungiftigen Edelgases in den Ballon.

Der Schlauch kann anschließend entfernt werden. Manchmal werden auch zwei Schluckballons im Magen platziert, damit die Form des Magens besser ausgefüllt wird. Die andere Möglichkeit ist die einer Magenspiegelung. Dazu wird vom Arzt ein spezielles Instrument verwendet. Mit diesem Instrument wird der Ballon durch die Speiseröhre in den Magen gebracht. Über die Videooptik kann der Arzt das Instrument erkennen, ob die Magenschleimhaut für einen Magenballon geeignet und gesund ist. Ist der Ballon im Magen, wird er mit Kochsalzlösung gefüllt. Diese Lösung ist im Normalfall mit einer blauen Farbe versetzt. Durch diese Farbe kann sich der Urin kurzzeitig blau färben, falls der Ballon unddicht ist oder gar platzt.

Zahlt die Krankenkasse den Eingriff?

Normalerweise übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Magenballon nicht. Die Kosten betragen zwischen 2.500 und 3.000 Euro. Dies kommt jedoch auch auf den jeweiligen Arzt an. Die Krankenkassen erstatten nur in wenigen Fällen die Kosten. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Patient unter starkem Übergewicht leiden und somit Operationen zu gefährlich wären.

Häufige Nebenwirkungen

In den ersten Tagen nach dem Eingriff klagen manche Patienten über Brechreiz und Übelkeit. Auch massive Bauchschmerzen können auftreten. In wenigen Fällen können diese Bauchschmerzen mehrere Tage andauern. Normalerweise gewöhnt sich der Magen jedoch rasch an den Fremdkörper.

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